7. November 2015

Von der Open Stage zum Berliner Band-Netzwerk



Der Clash of Musicians im Porträt

Bei einer Open Stage in der Golden Lounge im Wedding habe ich im Januar einen sehr musikbegeisterten Menschen kennengelernt, der gerade dabei ist ein ambitioniertes Projekt auf die Beine zu stellen: Das junge Unternehmen "Clash of Musicians". Toni Rushtones heißt der Mann. Mit einer eigenen Open Stage hat das Projekt begonnen und es ist inzwischen noch vieles mehr:

Der Clash of Musicians ist Konzertvermittler- und Veranstalter, Jam-Session und Open-Stage, Band-Beratung, Musikvideo-Produzent usw.

Toni Rushtones ist der Kopf hinter dem Clash of Musicians

Toni Rushtones vom Clash of Musicians 

Gleich am Anfang meines Treffens mit Toni wurde mir klar, warum Musik in seinem Leben eine so wichtige Rolle spielt. Sie ist für den etwas hyperaktiv wirkenden jungen Mann ein Ruhe- und Ankerpunkt. Oder um es mit seinen Worten zu sagen:
"Ich hatte viel Ärger und viel Stress gehabt in der Schule. Ich war immer sehr temperamentvoll. Aber wenn ich die Gitarre in der Hand hatte, habe ich keinen Unsinn gemacht. Damals habe ich das noch nicht verstanden. Heute weiß ich, dass ich dadurch ruhiger und ausgeglichener werde - egal wie schlecht es mir geht."
Damals in der Schule hatte ihm sein Temperament zu schaffen gemacht. Heute weiß er, wie er seine Energie und die Begeisterung für Musik nutzen kann. Er will mit Musikern arbeiten, weil er mit seiner Art – wie er findet – sehr gut in die Welt der Künstler passt:

"Ich hab festgestellt, dass es in der Kreativ-Branche viele spannende Leute gibt. Es sind Musiker, Produzenten oder Leute vom Fernsehen. Sie sind alle interessant und alle haben so einen kleinen Knicks. Diesen Knicks herauszubekommen und damit umgehen zu können, das ist spannend."

Das alles ist der Clash of Musicians:

Im Jahr 2014 hat Toni eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann begonnen. Parallel dazu baute er – quasi als Praxis-Projekt - sein Musiker-Netzwerk auf: Den "Clash of Musicians". Es ging im Sommer los mit 40 Musikern, die sich regelmäßig zur Jam-Session im Park trafen. "Jam Session 2.0" hatte Toni das damals genannt. Als es auf den Winter zuging, brauchten die Musiker natürlich ein Dach überm Kopf. Toni setzte sich ran und suchte Locations für Jam-Sessions und Open-Stages. So fand ich ihn zum Beispiel bei einer Open-Stage in der Golden Lounge im Wedding. Über diese Stages konnte er sein Netzwerk erweitern. Der Clash of Musicians ist so noch größer geworden und sicherlich ein sehr attraktiver Anlaufpunkt für Berliner Musiker:

"Wir haben immer mehr Sessions gemacht und irgendwann haben wir gesagt, dass wir auch Konzerte organisieren wollen. Ich persönlich habe es zusätzlich immer als Aufgabe angesehen, den Bands Feedback zu geben und ihnen zu helfen. Inzwischen sind wir ja ein großes Netzwerk mit mehreren Veranstaltungsorten und Kontakten in der Szene."

Was genau die Bands von diesen Netzwerken haben, hat Toni mir erklärt. Bei den Konzertabenden sind professionelle Kameraleute vor Ort. Die Band kann gute Fotos und ein Band-Video von dem Abend bekommen und muss dafür nicht extra Geld ausgeben. Kleines Beispiel gefällig? Hier sind The Emma Project bei einem Konzertabend des Clash of Musicians:




Die Frage aller Fragen: Wie funktioniert der Clash of Musicians finanziell?

Der Clash of Musicians ist eine UG (Unternehmergesellschaft) in Gründung und aktuell arbeiten dort alle ehrenamtlich. Trotzdem kann man so einen Konzertabend nicht ohne Geld auf die Beine stellen. Die Einnahmen von einem Abend gehen zuerst einmal an die Projektkasse und werden dann aufgeteilt – es können zum Beispiel 80% an die Musiker gehen und 20% an den „Clash“. Wenn die Band noch Fotos oder ein Video vom Auftritt haben will, dann gehen mehr Prozente an den Clash of Musicians. Am Ende des Abends kann die Band also nicht nur mit ein paar neuen Fans, sondern auch mit tollem Promo-Material nach Hause gehen.


Aktuell sucht der Clash of Musicians ein Büro in Berlin und arbeitet an einem Film-Projekt über Jazz-Sessions. Wenn du wissen willst, was sich bei Toni und seinen Leuten noch tut, dann empfehle ich einen Blick auf deren Facebook-Seite:

Der Clash of Musicians bei Facebook

An der Seite von Toni Rushtones arbeitet der Fotograf und Mediengestalter Michael Oestreich. Zusammen mit ihm entstehen unter anderem die Musikvideo-Produktionen:

Michael Oestreich im Netz


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