26. August 2014

Fünf Tage - Fünf Bühnen. Ein Open-Stage Bericht von Nora Jim


Vor ein paar Wochen hatte mich Nora Jim angeschrieben: 17 Jahre jung und eine talentierte Jazz-Songwriterin aus Brüssel. Sie sagte, dass sie bald eine Woche in Berlin verbringen wird und in der Zeit gerne ein paar offene Bühnen ausprobieren möchte. Genau das hat sie jetzt getan und ich freue mich sehr, dass sie für 'Give Me A Stage' einen Bericht über ihre Erfahrungen auf den Bühnen geschrieben hat.


So klingt Nora Jim:



 Und hier ist ihr Open-Stage Bericht:


"Während meiner Sommerwoche in Berlin hätte ich statt fünf Mal insgesamt, auch fünf Mal pro Abend auftreten können. Das erste Mal spielte ich Donnerstags im KussKuss. Dort ist der Bühnenraum von dem vegetarischen Restaurant abgetrennt, sodass die Leute zum Zuhören, und die Musiker wunderschön zur Geltung kommen. Besonders hat mir das alte Klavier gefallen, aber mehr noch denke ich, dass ich hier mit meinem jazzigen Songwriting gut aufgehoben war. So kam ich auf die Idee, mit zwei Songs aus meinem Repertoire weitere Bühnen aufzusuchen.

Die Nächste gleich am Sonntag: Madame Claude. Eine ziemlich schräge, internationale Kneipe, und Kontrastprogramm zum 'Kusskuss'. Es traten durchaus mehr Leute auf, neben dem normalen Singer/Songwriter, auch Gestalten und Genres, die man schwer zuordnen kann. Das Pedal des E-Pianos funktionierte leider nicht und trotz eigenem Bühnenraum, war es wohl eher eine abgefahrene Erfahrung, als die musikalische Erfüllung.

Dann das Lagari: Ein authentischer und angesagter Laden. Besonders willkommen waren deutsche Texte, ein wirkliches Gitarren-Singer/Songwriter-Milieu, doch auch mit Klavier und gutem Sound. Hier traf ich am Dienstag einige Leute wieder und mir wurde die Scheinbar empfohlen.

Die Open Stage in der Scheinbar - dem angeblich kleinsten Theaters Berlins - läuft Mittwochs bis Samstags und ist buchstäblich open - also auch für Kabarett und Zirkusnummern. Jeder hat 7 Minuten Zeit - für was auch immer. Der Mittwochabend wurde also unglaublich bunt und komisch, beinahe schon familiär, da die Einzelbeiträge in eine Gesamtshow mit Moderation, Künstler-Backstage, und gemeinsamen Verbeugen eingebunden wurden. So war nicht nur das Publikum gut gelaunt, sondern auch ich hatte plötzlich die Ambition, meinem Auftritt ein ganz persönliches Gesicht zu verleihen.

Und am Donnerstag wurde gejammt im Rooster. Hier treffen sich monatlich junge, internationale und alternative Songwriter, die mit der Cellistin und Organisatorin der Session - Natasha Jaffe - spontan zusammen spielen. Witzigerweise habe ich sie und einen dieser Songwriter gestern hier in Brüssel auf der Cajon begleitet...

Berlin wird mich jedenfalls ganz bestimmt wieder sehen! Die Stimmung war unglaublich gelassen und alle Bühnen besaßen eine ganz individuelle Atmosphäre."

Vielen Dank Nora, für deinen Open-Stage-Bericht! Übrigens: Nora freut sich über Musiker-Kontakte in Berlin, Brüssel und überall. Du erreichst sie über: nora.nielk@gmail.com.

Du willst auch ein paar Bühnen in Berlin ausprobieren? Hier meine Übersicht zu Jam-Session und Open-Stages in Berlin: Open-Stage-Termine

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen