11. April 2012

„Man kann alles haben, was man will“

Harry Brown von 'Harry Brown and The Beards' im 'Give Me A Stage'-Interview



Harry Brown. Foto: Juliane FritzAls ich Harry Brown traf, musste ich mich darüber ärgern, wie klischeebeladen ich bin. Auf den ersten Blick passte alles ins Bild: Da stand ein junger Mann mit langem Haar und Gitarrenkoffer. Er wollte wie ich zur Open-Stage im Schokoladen. Wir unterhielten uns und ich schlug vor, ein Bier zu trinken. An der Bar bestellte ich Bier und er Tee. Die ganze Zeit lag es mir auf der Zunge zu fragen, ob er erkältet ist. War er natürlich nicht. Harry gehört zur seltenen Sorte Musiker, die keinen Alkohol trinkt. Außerdem ist er Personal Trainer. Mein Bild von diesem Beruf war noch schlimmer, als das vom biertrinkenden Musiker: Ein muskelbepackter Typ, der Menschen mit zu viel Geld und wenig Sportgeist auf Trimm-Dich-Pfaden auf und ab hetzt. Doch irgendwie passten Klischee und Realität mal wieder nicht zusammen. Schon gar nicht, nachdem ich Harrys Musik gehört hatte: Das sind Songs mit Gefühl und Groove. Eine Woche später saß ich in Harrys Küche bei einer Tasse Tee.