31. Juli 2012

Geschichten werden zu Liedern

Marthe Kunstmann im 'Give Me A Stage'-Interview


Marthe Kunstmann. Foto: Juliane Fritz
Ich machte mich auf den Weg, um Marthe Kunstmann zu interviewen, eine Musikerin, die ich auf einer Open-Stage in Friedrichshain entdeckt hatte. Zu meiner Überraschung sitze ich dann in der Küche einer Roman-Debütantin. Marthe bringt mit "Wetterwechsel" im August ihr erstes Buch raus. Interviews hat sie bisher noch keine gegeben – und muss bei so viel Interesse an ihrer Persönlichkeit einfach lachen.



18. Juni 2012

Ich hätte meinen Traum aufgegeben...

Luutzen Dijkstra alias Johnnygoody im 'Give Me A Stage'-Interview


Luutzen Dijkstra. Foto: Maria Snoek
Bildquelle: Maria Snoek
Ich habe gelernt Fragen mit Fragen zu beantworten.“ Das ist der erste Satz, den mir Johnnygoody aufs Band spricht – beste Voraussetzungen für ein Interview... Zum Glück gibt er mir dann doch Antworten – auch wenn meine erste Frage genau die ist, die er schon tausendmal gehört hat: Wie spricht man nur seinen Namen aus? Johnnygoody kommt aus Holland und heißt eigentlich Luutzen Dijkstra. „Lützen Deikstra“ sagt Luutzen.




11. April 2012

„Man kann alles haben, was man will“

Harry Brown von 'Harry Brown and The Beards' im 'Give Me A Stage'-Interview



Harry Brown. Foto: Juliane FritzAls ich Harry Brown traf, musste ich mich darüber ärgern, wie klischeebeladen ich bin. Auf den ersten Blick passte alles ins Bild: Da stand ein junger Mann mit langem Haar und Gitarrenkoffer. Er wollte wie ich zur Open-Stage im Schokoladen. Wir unterhielten uns und ich schlug vor, ein Bier zu trinken. An der Bar bestellte ich Bier und er Tee. Die ganze Zeit lag es mir auf der Zunge zu fragen, ob er erkältet ist. War er natürlich nicht. Harry gehört zur seltenen Sorte Musiker, die keinen Alkohol trinkt. Außerdem ist er Personal Trainer. Mein Bild von diesem Beruf war noch schlimmer, als das vom biertrinkenden Musiker: Ein muskelbepackter Typ, der Menschen mit zu viel Geld und wenig Sportgeist auf Trimm-Dich-Pfaden auf und ab hetzt. Doch irgendwie passten Klischee und Realität mal wieder nicht zusammen. Schon gar nicht, nachdem ich Harrys Musik gehört hatte: Das sind Songs mit Gefühl und Groove. Eine Woche später saß ich in Harrys Küche bei einer Tasse Tee.



28. März 2012

Open-Stage in der Bar zum laufenden Hamster

Uwe Köhler, Inhaber des Zatopek, im 'Give Me A Stage'-Interview


Uwe Köhler. Foto: Juliane FritzDas Zatopek war für Uwe Köhler das Ende seiner Suche nach dem perfekten Job. Für mich war es das Ende meiner Suche nach einer zünftigen Stammkneipe. Die Berliner Leser werden das Dilemma kennen: Die vielen tollen Szenekneipen sind manchmal so überfüllt, dass man davor Schlange stehen muss, um einen Tisch zu bekommen. Im Zatopek ist das nicht so. Ja, ich weiß, ich schneid mir ins eigene Fleisch, wenn ich diesen Geheimtipp in meinem Blog rausposaune, aber es ist schließlich ein Open-Stage-Blog. Und das Zatopek hat eine Open-Stage, die ich sehr empfehlen kann.


9. März 2012

„Dit is ein Wesen, dem kann man sich nicht entziehen“

Ellen Sarit Shatzky, israelische Musikerin und Tänzerin, im 'Give Me A Stage'-Interview


Ellen Sarit Shatzky

Der Wirt im Weddinger Ufer-Café berlinert mir die Antwort auf die Frage, wie er dazu kommt, Shatzky auf seiner Bühne spielen zu lassen. Und ich muss ihm zustimmen: Dieser Frau kann man sich einfach nicht entziehen. Wer sie auf der Bühne erlebt, bekommt nicht nur ein Stückchen von Ellen Shatzky, sondern gleich das ganze Paket: Sie flirtet mit dem Publikum, ist laut, erzählt Witze, zeigt ganzen Körpereinsatz und dann, ganz plötzlich, weint sie sogar. Man muss auf alles gefasst sein. Das bin ich auch, als ich mich mit ihr zum Interview an einen Tisch im Ufer-Cafe setze. „Stell das Aufnahmegerät bitte weit von mir weg, wenn es heil bleiben soll.“ sagt Shatzky. Dann fliegen ihre Hände gestikulierend durch die Luft, während sie auf meine Fragen antwortet. Ich habe sie und mein Aufnahmegerät gut im Auge...

5 Dinge die ihr über Shatzky wissen solltet. Und ihr Song 'You Give Me' by Juliane Fritz



25. Februar 2012

Zwischen wenig und gar nichts sagen

Bernadette Robieux alias Carson im 'Give Me A Stage'-Interview


Pretend by _Carson_

Bernadette RobiuexHeute klopfe ich meinem musikalischen Spürsinn auf die Schultern. Ich betrete die Wohnung von Carson und finde alles so vor, wie ich es mir vorgestellt habe, als ich ihre Musik hörte: An der Wand ein Plakat von Jim Jarmuschs Film „Down By Law“. Auf dem Schrank eine Beatles-Platte. In der Mitte des Zimmers sitzt Carson auf dem Fußboden. Ihr blondes Haar sitzt zerwuselt auf ihrem Kopf. Neben ihr steht ein Glas Wein, in der Hand hängt eine Zigarette. Sie sagt, sie steht auf Grunge. Diese Worte reichen schon aus, um die Musik von Carson zu beschreiben. Und um das Bild komplett zu machen: Carson ist 22 Jahre alt, kommt aus Paris, studiert jetzt in Berlin und gibt 'Give Me A Stage' das erste Interview ihrer Karriere als Musikerin.



21. Februar 2012

Was macht Chiara in Berlin?

Chiara Gandolfi im 'Give Me A Stage'-Interview


Chiara Gandolfi
Manchmal möchte ich mich einfach nur hinsetzen und die Lieder anhören, die ich noch nicht geschrieben habe.“ Nachdem sie eine Weile in Berlin gelebt hat, bringt Chiara diese Worte zu Blatt. Ihre Zeit in Berlin hatte sie sich ganz anders vorgestellt. Die Italienerin ist in die deutsche Hauptstadt gekommen, um mit und von ihrer Musik zu leben. Es stellte sich heraus, dass das nicht so einfach ist.

Chiara, der Künstlername mit dem du bei Open-Stages auftrittst lautet „Chiara in Berlin“. Wer ist Chiara, was macht sie in Berlin und wo war sie vorher?



18. Februar 2012

Der Schokoladen bleibt!

Dank der vielen Proteste gibt es jetzt neue Verhandlungen über die Zukunft der Schokoladens. Die Räumung am 22. Februar wurde abgesagt. Es sieht gut aus für den Schokoladen. Die Leute vom Schokoladen sind aber noch etwas skeptisch und sprechen von einem Etappensieg. Wir werden sehen, wie es weitergeht! Auf jeden Fall gibt es vorerst weitere tolle Konzerte und Open-Stages.

15. Februar 2012

„Ich würde mit dem Schokoladen um die Welt ziehen“

Schokoladen-Tontechniker Tobias Horschel im 'Give Me A Stage'-Interview


Tobias Horschel
Tobias Horschel ist seit acht Jahren Tontechniker in einer Kneipe, die eine wahre Institution für alternative Kultur in Berlin ist: Der Schokoladen. Künstler aus aller Welt kommen nach Berlin, um hier aufzutreten. Warum also sollte Tobias um die Welt reisen, wenn das Gute so nah ist?
Weil der Schokoladen in Gefahr ist. Der Eigentümer will das Gebäude am 22. Februar 2012 räumen. Wenn die aktuellen Proteste dies nicht verhindern, dann bedeutet es nicht nur das Aus für die Kneipe. Berlin verliert auch eine grandiose Open-Stage. Tobias Horschel hat sie einmal im Monat zusammen mit Raoul Welsch geleitet.

Berlin braucht Schokoladen by Juliane Fritz

Tobias, die Open-Stage im Schokoladen war eine der ersten auf denen ich aufgetreten bin und hat für mich persönlich ziemlich hohe Standards gesetzt. Auf einigen Berliner Bühnen kam es vor, dass mir Freunde danach erzählten: Deine Stimme war zu leise, der Bass war zu laut. Nicht so im Schokoladen. Bei dir fühlt man sich richtig wohl auf der Bühne und jeder bekommt einen ordentlichen Soundcheck. Selbst wenn es mal länger dauert. Ist das auch dein persönlicher Anspruch?


8. Februar 2012

„Ich will die Menschen begeistern“

Carmen Hofacker im 'Give Me A Stage'-Interview


You - live by Carmen solo / SWiM

Carmen HofackerOft fängt es mit einer Melodie an, die sie nicht mehr loslässt. Dann sitzt Carmen Hofacker in ihrem Zimmer am Klavier, spielt, und hört die Klingel nicht. Ich stehe vor ihrer Tür, um mich herum bröselt der Schnee vom Himmel und ich drücke noch einmal auf den Klingelknopf. Diesmal macht Carmen auf. “Ich musste unbedingt eine Idee ausarbeiten“, entschuldigt sie sich, „ich bin aufgewacht, habe aus dem Fenster geguckt, den Schnee gesehen und dann waren die richtigen Worte zu meinem neuen Song da: Snow is falling down.” Sie spielt mir das Lied vor und da ist es wieder: Das Gefühl, das ich hatte, als ich Carmen zum ersten Mal im Madame Claude spielen hörte. Eine wunderbare Leichtigkeit.

Carmen, ich möchte dir danken. An dem Abend, an dem ich dich angesprochen habe, habe ich selbst auch gespielt und war wie immer aufgeregt. Das konnte ich für einen Moment vergessen, weil mich dein Song getragen hat. Ist das etwas, das du selbst auch fühlst wenn du spielst und dem Zuhörer weitergeben möchtest?



4. Februar 2012

Von Nirvana zu „Peter und der Wolf“

KussKuss-Inhaber Daniel Grabala im 'Give Me A Stage'-Interview


So klingt es im KussKuss by Juliane Fritz


Daniel Grabala
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“ Daniel Grabala kommt ins Grübeln, wenn man ihn nach seinen Plänen fragt, denn er hat sehr viele. Wir sitzen in seiner Wohnung. Es sieht so aus, als wären er und seine Freundin Jennifer gerade eingezogen: Angefangene Renovierungsarbeiten und wenig Mobiliar. „Nur das Schlafzimmer ist schon fertig“, erzählt Daniel, „mehr brauchen wir nicht, wir sind sowieso den ganzen Tag im Laden und haben dort auch eine Küche.“ Der Laden ist das KussKuss. Ein junges Neuköllner Café, in dem sich alles um Musik dreht.

Daniel, ihr habt im KussKuss ein Paradies für Musiker geschaffen. Es gibt eine Bühne, überall stehen Instrumente und es sind fast immer Musiker da, die live spielen. Es passt einfach alles zusammen und wirkt so, als hättet ihr das lange geplant und aufgebaut. Der Laden besteht aber erst seit Oktober 2011. Wie habt ihr das geschafft?




28. Januar 2012

Werft den Anker aus, es ist Land in Sicht!

Singer/Songwriter Tim Knillmann im 'Give Me A Stage'-Interview


Tim Knillmann
Als Kind baute er schwarze Lego-Schlösser und hörte dazu die The Cure-Platten von seinem Bruder. Seine erste Solo-Platte hieß „Tiere der Einsamkeit“. Jahrelang hat Tim Knillmann traurige Lieder geschrieben. Jetzt habe ich ihn bei der Open-Stage im Madame Claude gesehen und seine Texte brachten mich zum Lachen! Deshalb wollte ich den Mann kennenlernen und ließ mich in seine Neuköllner Wohnung zum Interview einladen.

Tim Knillmann zum Anhören by Juliane Fritz

Tim, ich habe dich live als Songwriter mit humorvollen Geschichten kennengelernt. Danach habe ich dich bei Myspace gesucht und fand die Seite myspace.com/timknillmann. Ich war mir aber nicht sicher, ob es wirklich deine ist. Da gibt es Titel wie „Ich wünschte ich wäre verloren“ und „So wenig Liebe“. Die Songs waren viel trauriger als ich erwartet hatte. Was ist mit dir passiert? Hast du dich verändert?



Über dieses Blog

Berlin ist ein faszinierender Ort für Menschen, die Musik machen und Musik lieben. Fast jeden Abend haben unbekannte Musiker in dieser Stadt die Möglichkeit, sich einem kleinen Publikum zu präsentieren – auf einer der vielen Open-Stages.

Auch ich bin schon seit einiger Zeit mit meiner Musik auf den Open-Stages unterwegs und lerne dadurch ständig Menschen und Musiker kennen, die auf der Suche nach einer Bühne und nach einem Publikum sind. In diesem Blog stelle ich euch einige dieser Musiker, Macher und Bühnen vor.

'Give Me A Stage. Das Open-Stage-Blog' ist:

Ein Blog von einer Musikerin, für alle Musiker, die ein Publikum suchen.
Ein Blog für ein musikhungriges Publikum auf der Suche nach neuer Musik.